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Pressestimmen

Zum besseren Verständnis sind die Texte der entsprechenden Zeitungsausschnitte unter die Bilder aus den Zeitungen abgeschrieben worden.

27.01.1977


Tambourcorps der "Große Karnevalsgesellschaft" Worringen macht Fortschritte.

Das neue Tambourcorps der Großen Karnevalsgesellschaft, Worringen, das jüngste Kind dieser Gesellschaft, kann wohl in der nächsten Session auftreten. Die Kinder und Jugendlichen sind mit großem Eifer bei den Proben, und einige von ihnen beherrschen nach nur vier Monaten bereits einige Lieder komplett. Nicht alle konnten zum Fotografieren erscheinen. Zur Zeit besteht das Tambourcorps aus über 80 aktiven Tambouren und Flötisten.

WORRINGEN. Dem Aufruf zur Gründung eines Tambourcorps der Großen Karnevalsgesellschaft, Worringen, vor vier Monaten (siehe SCHAUFENSTER Nr. 4, vom 27. Jan. 1977), folgten über 100 Interessenten. Nach diesem Erfolgversprechenden Anfang hat die konstruktive Arbeit der vier Ausbilder bereits Früchte getragen. Der Grund liegt sicherlich in der Methode - es werden ganze Lieder eingeübt. Gerade Anfänger haben so in den ersten drei Monaten das Erfolgserlebnis, auf einem für sie vollkommen fremden Instrument ein komplettes Lied spielen zu können. Ergänzt wird diese Ganzheitsmethode dadurch, daß Fortgeschrittene und Anfänger gemeinsam in kleineren Gruppen jeden Tag üben.

schon bald einige Talente, die ihr Instrument schon nach wenigen Proben beherrschten und durch ihr feines Gespür für Musik und Takt besonders auffielen. Die einzelnen Gruppen proben jeden Tag von 17.30 bis 20 Uhr, alle 14 Tage findet dann eine gemeinsame Probe mit dem gesamten Tambourcorps statt.

Hierdurch wachsen die Kinder und Jugendlichen zu einer Gruppe zusammen, wobei sich neue Freundeskreise bilden. die auch neben den Proben zusammenbleiben. Vom Vorstand der Großen wird diese Freizeitaktivität sehr gefördert. So fuhr das gesamte Tambourcorps zum 90jährigen Jubiläum des Tambourcorps Stürzelberg und holte sich dort Anregungen. Diese Fahrt wurde ein fröhlicher Ausflug für die Kinder, die auch schon "fachmännisch" über die Kollegen in Stürzelberg urteilen konnten. Der Freizeitbereich soll in Zukunft ausgebaut werden.

Die Ausbilder Norbert Thomas, Norbert Kollenbroich, Ramona Berghammer und Peter Hansen haben bereits alle in anderen Tambour- oder Fanfarencorps gespielt und dort ihre Erfahrungen gesammelt, die sie heute an die Kinder und Jugendlichen weitergeben. Zu anderen Tambourcorps, wie dem in Stürzelberg, aber auch bis nach Detmold, bestehen freundschaftliche Beziehungen, die durch gegenseitige Besuche gefestigt werden.

Eine grundsolide Sache also, das jüngste Kind der Großen. Auftritte in der kommenden Saison scheinen angesichts des Stadiums der Proben sicher.

Bisher wurde von Vereinsseite, aber auch durch private Spenden, sehr viel Geld in Instrumente und die zusätzliche Ausrüstung investiert. Die Proben sind im Raum auf dem Hof des Hotels Kess-Stuben, Worringen, Alte Neußer Landstraße, gegenüber der Bäckerei Bayer. Neue Interessenten sind immer willkommen.

Tabu


Die Alleinherrschaft des Fastelovends scheint in der Hochburg des Nordens zu bröckeln.

Bisher ein Tabu: Die glühenden Schützenherzen von Worringen.

Dass sich Schützen- und Karnevalswesen schlecht miteinander vertragen, ist die hartnäckige Überzeugung vieler Worringer. Kein Wunder, denn als einzige Dorfgemeinschaft im Verbreitungsgebiet des RA (Rheinischer Anzeiger, anm. des Webmaster) zeigen sie dem "Königsbrauchtum" bisher die rote Karte und begnügen sich allein mit ihren jecken Prinzen. Die Frage ist allerdings: Wie lange noch? Denn was keiner wahrhaben will: Still und heimlich gibt es sie doch, die glühenden Schützen in Worringen.

Wie Heinrich Nehrfeld, der seit August als König der St.- Hubertus-Bruderschaft in Horrem von sich reden macht. Der 68-jährige Grenadier ist ein genauso treues Mitglied der Großen Karnevalsgesellschaft in Worringen und hat keine Gewissensbisse, beides miteinander zu vereinbaren. Ein anderes Beispiel: Heinz-Willi Fleischhauer, ein Urgestein der rot-weißen Funken in Worringen und Ehemann der beliebten Büttenrednerin Lilo Fleischhauer. Der "VW", wie er in Worringen genannt wird, ist in seinem Wohnort Stürzelberg ebenfalls schon seit Jahren unter die Schützen geraten. Er wurde jetzt sogar Jägerkönig.

Noch ein Beispiel: Das Worringer Tambourcorps "Frisch Auf", geübt bei vielen Schützenmärschen, schießt alljährlich seinen Zugkönig aus. Wolfgang I. Doll war es, der vor kurzem wieder die Königskette von Tambourmajor Siegfried Weigl entgegennehmen konnte.

Das Karnevalsmonopol scheint damit langsam zu bröckeln, und in Worringen droht ein jäher Rückfall ins vorige Jahrhundert. Damals gab es nämlich- nur den wenigsten bekannt- schon einmal einen Schützenverein im Ort. Davon weiß der Zugleiter des Rosenmontagszochs, Hermann-Josef Köhnen, noch ein Lied zu singen. er erbte seinen Spitznamen "Der General" von einem seiner Vorfahren, der sich bei den Schützen hervorgetan hatte.

Heute sieht die Sache anders aus: Unter der Herrschaft des Fastelovends muss mancher Worringer ins Nachbardorf Roggendorf/Thenhoven emigrieren, um dort sein Schützenherz  lachen zu lassen. Man braucht sich nur die Mitgliedsliste der Bruderschaft St. Johann Baptist anzusehen, schon findet man ortsbekannte Namen. Wenn sich die >>unterdrückten<< Schützen in Worringen vereinen würden, könnten sie wohl rasch mehrere Züge aufstellen und eine >>Revolution<< im Dorf starten. Noch ist es nicht soweit. Und ob sich solcher Umsturz wünschenswert wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn wenn sich die Kräfte splitten, würde in Worringen vermutlich bald seinen Ruf als lebendigste Karnevalshochburg des Kölner Nordens verlieren. (hs)

Proben


Viele wollen an die Trommel!

Neue Mitglieder werden häufig in der Verwandtschaft gefunden.

Worringen - "Sie haben wohl lauter dicke alte Männer und Frauen erwartet, stimmt´s?", lacht Siegfried Weigl. Der Corpsleiter des Tambourcorps "Frisch Auf" in Worringen ist seit 1990 im Amt und erfüllt gleichzeitig auch die Aufgaben des Tambourmajors: er dirigiert das Marschorchester mit dem Tambourstab. In dem 1977 gegründeten Orchester betätigen sich keineswegs nur traditionsbewußte Erwachsene an den Flöten, Trommeln, Becken und Lyren, sondern auch viele Jugendliche. Techno ist plötzlich "out", wenn jeden Donnerstag Abend im Vereinshaus an der St. Tönnisstraße geprobt wird.

Der Verein hat 27 aktive Mitglieder, und alle sind durch Mundpropaganda zum Corps gestoßen. Freundin, Vater oder Schwager sind auch im Corps, und da wollte man auch gerne mitmachen. "Ich bin erst durch meine Frau zum Orchester gestoßen", erzählt Trommler und Geschäftsführer Helmut Wasserberg, "unsere drei Töchter sind auch dabei". Auch Siegfried Weigl ist mit der ganzen Familie im Corps vertreten. So vereint das Orchester Musiker zwischen acht und 53 Jahren.

der Wahlspruch des Tambourcorps ist "Frisch Auf!", und dies bedeutet auch, daß die Musik nicht bierernst und verbissen eingepaukt wird. Der Tambourmajor drückt schon mal ein Auge zu, wenn eine Flöte einen falschen Ton hervorbringt. Hauptsache, die Lieder werden mit Schwung und richtig laut und fetzig gespielt.

Jedes Jahr im Mai schießt das Orchester bei einem Wettbewerb mit Luftgewehr und Holzvogel seinen Zugkönig aus. 1997 trug Maik I. diesen Titel. Er führte über das Jahr den Orchesterzug an und durfte Strafgelder kassieren, die anfallen können, wenn jemand zum Beispiel zu spät zum Auftritt kommt. Daß das Tambourcorps gute Musik zustande bringt, beweist die Anzahl der Auftritte. Das Corps wird etwa 50 bis 60 mal im Jahr für Schützenfeste, Hochzeiten, Geburtstage und Karnevalszüge gebucht. Das Orchester spielt bei Auftritten, in schmucke Uniformen gekleidet, Lieder wie den "River Quai Marsch" oder "Gloryland". Vergangenes Jahr gastierte das Corps beim Bundesschützenfest in Troisdorf, und für 1998 liegt bereits eine Einladung für den Bundesköniginnentag in Koblenz vor. Doch die "Frisch Auf"-Musiker reisen nicht nur für Auftritte durch die Welt: anläßlich ihres 20. Jubiläums im vergangenen Jahr gab es eine Fahrt ins Disneyland Paris.

"Jeder ist bei uns willkommen, der gerne Musik mit uns machen möchte und daran genauso viel Spaß hat wie wir!", sagt Siegfried Weigl. Neue Mitglieder müssen keinerlei musikalische Vorkenntnisse haben. "Die meisten wollen sofort an die Trommeln", berichtet er, "dabei ist das Flötenspiel viel einfacher zu lernen, da dauert es nur ein halbes Jahr, bis man das Wichtigste kann."






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